Auf Wiedersehen

Liebe Menschen,

keine lange Einleitung – die Gruppe Nangijala löst sich auf.

Das klingt traurig, muss es aber gar nicht sein! Zunächst einmal möchten wir euch erklären, warum das so ist: Der Kern der Gruppe, welcher unter anderem die Projekte Umsonst-Trödel und Schenk-Ecke (Markthalle) organisiert hat, war nie besonders groß und ist nun in schneller Zeit rapide geschrumpft – leider so sehr, dass die übrig gebliebenen Menschen die Projekte nicht mehr alleine weiter führen können und möchten.  Es fehlt(e) die Kapazität, die politischen Ideale und Vorstellungen, die wir mit und in dem Projekt (zumindest annähernd) verwirklichen wollten, auch tatsächlich umzusetzen (beispielsweise in einen „echten“ Umsonstladen).

Das Projekt Umsonstladen/trödel ist jedoch noch nicht vorbei. Nangijala löst sich auf, doch voraussichtlich wird eine neue Gruppe geben, die das Umsonstladenprojekt Düsseldorf weiterführen wird. Das ist noch keine feste Gruppe – Menschen, die Interesse haben, daran mitzumachen sind also hiermit eingeladen, sich zu beteiligen!

Viele Leute sind zum Trödel gekommen, weil sie zufällig daran vorbeigelaufen sind und neugierig waren. Andere haben es irgendwo im Internet oder einer Zeitung gelesen. Einige waren auch alte Bekannte. Viele sind immer wieder gekommen und haben in ihrem Bekanntenkreis weiter davon erzählt. Es war sehr schön, mit euch im Hof zu sitzen und zu plaudern, Feste zu feiern oder Kaffee zu trinken.

Der Umsonsttrödel, so wie wir ihn bisher als Gruppe Nangijala organisiert haben, wird nun am 17. Juni (Sonntag) zum letzten Mal stattfinden. Da wir uns hiermit von euch verabschieden, wird es auch etwas Kuchen geben und wer mag kann auch gerne ihr Instrument mitbringen und musizieren. Diejenigen, welche gerne bei dem zukünftigen Umsonstladenprojekt mitmachen möchten, können vorbeikommen und mit uns bzw Menschen aus der neuen Gruppe sprechen.

Liebe Grüße

Nangijala

 

Edit: Wir haben gerade etwas konkretes von unseren „Nachfolger_innen“ gehört 🙂

„Die Gruppe Nangijala löst sich leider nach dem letzten Trödel am 17.Juni 2012 auf. Da wir das Konzept aber so super finden, wollen wir eine neue Gruppe gründen, die die Eröffnung eines Umsonstladens anstrebt.

Nach einiger Vorbereitung ist es nun auch soweit! Das erste Treffen des neuen Umsonstladenprojekts findet am Dienstag, dem 12.Juni, ab 19 Uhr im Niemandsland in der Heerstraße 19 statt. Wir würden uns riesig freuen, noch mehr tolle Menschen ins Boot holen zu können; die Gruppe ist offen und zugänglich für jede Hilfe und Inspiration. Wenn ihr also Lust habt mitzuwirken, es (weiterhin) zu unterstützen oder es euch vorerst nur anzuschauen wollt, seid ihr herzlich eingeladen 🙂

Wir freuen uns schon auf euer Erscheinen!“

Die (Alt-)kleiderproblematik

In Deutschland fallen jährlich rund 750.000 Tonnen Altkleider und andere Textilien in Sammelcontainer. Sie sind Zeugnis der westlichen Wegwerfmentalität. Durchschnittlich 12kg Kleidung und weitere 12kg Textilien kaufen die Deutschen jedes Jahr neu, (von denen 10 bis 15% nie oder nur ein Mal getragen werden,) während der weltweite Durchschnitt bei 5 bis 7kg liegt.


Aber was sind die Folgen von diesem exzessiven Kleiderkonsum?

Der exzessive Kleiderkonsum wirkt sich sowohl fatal auf die Umwelt aus als auch auf die Menschen, die direkt oder indirekt an der Herstellung beteiligt sind.
Für die Herstellung von Kleidung bedarf es riesiger Mengen an Rohstoffen, wie Baumwolle. Diese wird in „Entwicklungsländern“ wie z.B. Indien angebaut und wird ca. 25 Mal mit giftigen Pestiziden gespritzt. Der Herstellungungsprozess verteilt sich über zahlreichen Ländern, sodass die Kleidungsstücke eine wahre Weltreise – mit einer schlechten CO2-Bilanz durch die weiten Transportwege – hinter sich gebracht haben bis sie zu den Konsumenten_innen gelangen.
Um eine Jeans-Hose herzustellen bedarf es mehrerer 1.000 Liter Wasser – Wasser das in Ländern wie Indien ein knappes Gut darstellt.
Die NäherInnen, die oft Kinder sind, arbeiten teils unter menschenunwürdigen Bedingungen und verdienen meist weniger als sie zum Leben benötigen.
Je mehr Kleidung konsumiert wird desto größer ist die Ausbeutung an der Umwelt und den Menschen.

Was passiert mit der Kleidung in den Altkleidercontainern?

Viele Menschen werfen ihre alte Kleidung in Sammelcontainer mit den Gedanken etwas Gutes zu tun, weil sie glauben, dass ihre Kleidung karitativen Zwecken zu Gute kommt.
Doch der Schein, der sich auf den Containern befinden Label von Hilfsorganisationen trügt allzu oft. Hinter diesen Altkleidersammlungen verbergen sich meistens kapitalistische Unternehmen, die lediglich das Label eines gemeinnützigen Vereins gemietet haben.
Diese Unternehmen lassen die Waren – die sie umsonst bekommen – in riesigen Sortieranlagen nach Qualität sortieren, um die gute Ware in Osteuropa zu verkauften und die minderwertige Ware (etwa 60%) nach Afrika auf den Markt zu bringen. Doch auch in Afrika wird die Kleidung nicht etwa an hilfsbedürftige Menschen verschenkt, sondern verkauft.
Da es für die gebrauchten Kleiderwaren in Afrika keine Produktionskosten gibt, können die Händler_innen die Altkleider viel günstiger verkaufen als die afrikanische Textilindustrie ihre Produkte anbieten kann. Die afrikanische Textilindustrie ist so fast völlig zusammengebrochen weil, sie mit den billigen Kleidern aus Europa nicht konkurrenzfähig ist. Die Folgen sind also noch mehr Arbeitslose in Afrika, wodurch die Bevölkerung immer ärmer wird und zudem sich nie aus der Abhängigkeit der westlichen Industriestaaten befreien kann.

Der Nangijala-Umsonsttrödel und andere Umsonstläden sind eine nachhaltige Möglichkeit, gebrauchte Kleidung, die nicht mehr passt oder gefällt ab zu geben, wo Menschen ohne an dem zerstörendem System teilzunehmen, an Kleidung und andere Sachen gelangen können.
Insgesamt fordert die Problematik dazu auf, dass sich jede_r Konsument_in kritisch fragt, was er/sie wirklich braucht und was ein unnötiger Kauf (oder Mitnahme vom Trödel) ist, was vielleicht nur ein durch die Gesellschaft verursachter Konsumzwang ist und kein tatsächliches Bedürfnis darstellt. Sinnvoll ist es in jedem Fall auch, Kleidung so lange wie möglich zu tragen. Kleine Löcher können geflickt werden und Kleider, die nicht mehr gefällt, können kreativ umgestaltet werden.

-> Hier Mehr Infos zum Thema Altkleiderproblematik (NDR)

Drinsitzzeit fällt heute aus

Hallo zusammen,

die Drinsitzzeit in der Markthalle fällt heute leider aus.

Die Markthalle ist aber dennoch geöffnet, ihr könnt also gerne auch so vorbeischauen!

Liebe Grüße,

Eure Nangijalas

Ein möglicher Weg mit Konsumdruck umzugehen…

von Anne Emond
http://comiques.tumblr.com/post/18539055074/small-gestures

Geplante Obsoleszenz

Ach ja, was kann man noch an so einem schönen Wochenende tun?

Am Samstag, den 3. 3. haben Studierende der FH Düsseldorf eine Aktion auf dem Burgplatz geplant, bei dem es um „Geplante Obsoleszenz“ geht: „Die bewusste Verkürzung der Lebensdauer von Industrie-Erzeugnissen nennt man »geplante Obsoleszenz«. Das Abnutzungsdatum ist bei der Herstellung eines Produkts also bereits geplant. Frühzeitige Produktausfälle ergeben sich durch den bewussten Einbau von Sollbruchstellen, durch die Verwendung porös werdenden Materials oder entsprechend vorprogrammierter Mikrochips. Das ist böse, denn daraus folgen: die Vergeudung kostbarer Ressourcen, wachsende Müllberge, eine Verschwendungsgesellschaft. Denn es muss immer wieder neu erworben werden, was an sich länger funktionieren könnte.“
Mit ihrer Aktion möchten die Studierenden auf dieses Problem aufmerksam machen und gleichzeitig Möglichkeiten aufzeigen, die Geräte länger zu nutzen.
Mehr Infos unter > diesem Link.

Vielleicht ist das ein guter Ansatz, der massiven Verschwendung von Rohstoffen und der Anhäufung von Müll etwas entgegenzusetzen. Jedoch würden wir es begrüßen noch weiter zu denken und anstatt „gute Konsumenten zu erziehen“ eine auf Konsum ausgerichtete Gesellschaft zu hinterfragen.

Mehr über „Geplante Obsoleszenz“ und über das Leben unserer Konsumgüter könnt ihr in diesem Video erfahren:


Kontakt

Ihr könnt uns eine eMail an nangijala(äd)riseup.net schreiben.

Hier könnt ihr euch in unseren Newsletter eintragen.

DER LETZTE TRÖDEL IST

am 17. Juni 2012
von 12 - 15:30 Uhr
im Niemandsland, Düsseldorf

Umsonstecke in der Uedesheimer Straße 2

(Unsere Umsonstecke wurde von der Markthalle übernommen, es gibt sie also weiterhin!)

Öffnungszeit Markthalle:
Mo+Di+Do+Fr. 9:30-19:00
Sa 9:30-16:00
Mi+So geschlossen
in der Ökoregionalen Markthalle in Düsseldorf-Flehe (Uedesheimer Straße 2).